Keratokonus

Spezial-Kontaktlinsen

Die tägliche Anpassung von Speziallinsen bei unregelmässiger Hornhautoberfläche gehört zu unserer Leidenschaft und Kernkompetenz. Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung und kennen alle Möglichkeiten für eine gesunde und gute Versorgung.

Mit massgeschneiderten formstabilen Kontaktlinsen oder Sklerallinsen kann bei Keratokonus, nach Hornhauttransplantation und anderen irregulären Veränderungen, seien diese angeboren, von Infektionen oder Verletzungen, Ihre Sicht und Ihre Lebensqualität massgeblich steigern.

Keratokonus

Keratokonus ist eine Erkrankung der Hornhaut (kerato-), welche zunehmend dünner wird und sich dabei die Oberfläche kegelförmig (-konus) und unregelmässig verformt. Die Symptome bei Keratokonus sind eine zunehmende, unscharfe Sicht, Kurzsichtigkeit und Astigmatismus (Hornhautverkrümmung), ein verzerrtes Sehen mit Doppelkonturen und Schattensehen. Wird das Auge bei der Brillenglasbestimmung nicht mit den richtigen Mess- und Untersuchungsgeräten untersucht, wird ein Keratokonus oft übersehen und erst spät erkannt.

In frühen Stadien des Keratokonus kann mit einer Brille die Sehkraft meist noch zufriedenstellend korrigiert werden. Ist der Keratokonus weiter fortgeschritten, kann mit einer Brille aufgrund der unregelmässigen Hornhautoberfläche, keine alltagstaugliche Sicht mehr erreicht. Dann sind formfeste Kontaktlinsen oder Sklerallinsen angezeigt um die Sicht wieder zu verbessern. Kontaktlinsen bremsen aber das Fortschreiten des Keratokonus NICHT, wie vereinzelt noch alte Lehrmeinungen vertreten werden.

Topographie Keratokonus

Auftreten und Erkennen von Keratokonus

Risikofaktoren für ein Auftreten von Keratokonus:

  • Beginn meist zwischen 8. und 20. Lebensjahr
  • positive Familienvorgeschichte
  • Allergien und atopische Dematitis
  • starkes regelmässiges Reiben der Augen!
  • Schwangerschaft
  • Down-Syndrom, Ehlers-Danlos-Sydrom, Marfan-Syndrom

Je früher man die Veränderung erkennt und behandelt, desto besser kann das Sehvermögen erhalten bleiben. Wichtig ist dabei, dass Augenreiben unbedingt vermieden werden muss und juckende Augen aufgrund von Allergien gelindert werden.

Bei Verdacht in der Augenüberprüfung oder einer positiver Familiengeschichte werden wir die Hornhaut mit modernsten Messgeräten überprüfen. Wird dabei ein Keratokonus festgestellt, überweisen wir Sie an einen behandelnden Augenarzt. Dieser überwacht den Verlauf alle 3-6 Monate, um ein Fortschreiten der Erkrankung auszuschliessen.

Behandlung von Keratokonus mit Cross-Linking

Bei zunehmender Verschlechterung und Fortschreiten der Krankheit wird dringend empfohlen eine ambulante Hornhautbehandlung durchzuführen. Bei Kindern wird dieser minimale Eingriff meist sofort gemacht, sobald ein Keratokonus festegestellt wird. Denn je jünger die betroffene Person ist, desto schneller schreitet der Keratokonus voran.

In der Behandlung, dem „Corneal-Cross-Linking“ (CXL), wird die Hornhaut durch Auftropfen mit Vitamin B2 (Riboflavin) gesättigt und danach mit UV-Licht über einen kurzen Zeitraum gezielt bestrahlt. Dabei wird die mechanische Festigkeit der Hornhaut gestärkt und der Krankheitszustand „eingefroren“. Die Wirkung des CXL bleibt für etwa 6-10 Jahre erhalten bis die natürliche höhere Festigkeit mit zunehmenden Alter die Hornhaut genügend stützt und somit die Krankheit nicht mehr fortschreitet.

Die CXL-Behandlung wurde 2003 mitunter in der Schweiz erforscht und seither erfolgreich angewendet. Das Ziel der Behandlung ist nicht in erster Linie eine Verbesserung der Sicht, sondern eine Stabilisierung der Hornhaut um eine Transplantation zu vermeiden. Voraussetzung der Behandlung ist eine minimale Hornhautdicke von ca. 250-300 Micron nach neusten Studien, darunter ist die Behandlung nicht mehr möglich.

Keratoplastik

Im fortgeschrittenen unbehandeltem Keratokonus-Stadium, wenn Kontaktlinsen nicht mehr getragen werden können oder keine genügende Sicht mehr erreicht wird, muss zur Sehrehabilitation meist eine Hornhaut Transplantation durchgeführt werden.

Das Ziel bei Keratokonus ist immer, mit gut angepassten Kontatklinsen möglichst lange eine optische Versorgung der Augen zu erhalten, um so eine Transplantation der Hornhaut so weit wie möglich aufzuschieben oder diese zu gar zu vermeiden. Wir beraten Sie mit unserer Fachkenntnis und geben unser Bestes für Ihre Augen, um diesen einschneidenden Eingriff, wo möglich und sinnvoll, zu vermeiden. Sind alle unsere Möglichkeiten ausgeschöpft, klären wir sie über die Chirurgischen Eingriffe auf und überweisen Sie an Hornhaut-Speziallisten für die Abklärung einer Hornhauttransplantation.

Meist sind nach erfolgreicher Transplantation trotzdem formstabile Kontaktlinsen notwendig, um die unregelmässige Hornhautoberfläche optisch zu korrigieren.

Zusatzinfos

Bei Keratokonus oder bei anderen irregulären Veränderungen ist die Hornhautform keine regelmässige Kugelfläche mehr, sondern eine deformierte Berg- und Tal-Landschaft. Da die Hornhaut als erste lichtbrechende Fläche am Auge zu 2/3 für die Sammlung der Lichtstrahlen zuständig ist (Übergang von Luft zu lichtbrechendes Medium), entsteht in Folge des Keratokonus oder Vernarbung ein verzerrtes und unscharfes Bild im Auge. Diese erste Brechfläche wird nun mit einer gut angepassten formstabilen Kontaktlinse ersetzt und der Tränenfilm unter der Kontaktlinse füllt die „Täler“ aus. Damit entsteht ein wesentlich besseres optisches System, welches wieder eine normale Sicht ermöglicht.

Starkes Augenreiben, Allergien, Neurodermitis, Schwangerschaft, jüngeres Alter und positive Familienvorgeschichte: hier gilt es besonders regelmässig eine Verlaufskontrolle zu machen, wenn ein Keratokonus-Verdacht besteht.

Bei Keratokonus soll in regelmässigen Intervallen (alle 3-12 Monate) die Hornhaut vermessen und sichergestellt werden, dass sich diese nicht weiter verdünnt.

Wir messen die Dicke und Form der Hornhaut in den Verlaufskontrollen und überweisen Sie, falls sich die Hornhaut verändert.

Die Transplantation der Hornhaut ist meist ein stationärer, aber grosser Eingriff am Auge, wo ein Teil der eigenen Hornhaut mit einem Spendergewebe ersetzt wird. Dieses wird mit permanenten Fäden eingenäht bis das Transplantat mit der eigenen Hornhaut verwachsten ist. Über den gesamten Heilungsprozess wird mit Kortison-Tropfen die Immunabwehr reduziert, um ein abstossen des fremden Gewebes zu verhindern. Nach etwa 1-2 Jahren werden die Fäden entfernt. Die Lebensdauer von einem Transplantat ist normalerweise zwischen 15-30 Jahre und muss dann erneuert werden.

Meist sind trotz erfolgreicher Transplantation formstabile Kontaktlinsen notwendig, um die unregelmässige Hornhautoberfläche optisch zu korrigieren.

Sehr selten kann bei hohem Keratokonus die hinterste Hornhautschicht einreissen. Dabei fliesst das Kammerwasser in die Hornhaut ein und diese trübt sich durch das entstandene Ödem ein. Ein komplettes durchreissen der Hornhaut ist ohne traumatische Einwirkungen kaum möglich.

Meist wird konservativ mit hyperosmolaren Tropfen behandelt und abgewartet, bis die Hornhaut wieder entwässert ist (ca. 3-9 Monate) und dann wird beurteilt, ob eine Transplantation die Sicht verbessern würde.

Kostenübernahme Krankenkasse aus  Grundversicherung

MiGeL Kontaktlinsen II: pro Auge CHF 630  ohne zeitliche Limite (pro Ereignis)

  • Inklusiv: Kontaktlinsen und Anpassung durch Linsencentrum
  • Limitation: Bei irregulärem Astigmatismus, Keratokonus, Hornhauterkrankungen oder -verletzungen, Status nach Hornhaut-Operation, Iris- Defekte.
  • Voraussetzung: ärztliches Rezept/ Bescheinigung der Krankheit

 

Dokumente

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pdf MiGeL 01.01.2020 Sehhilfen 88 KB

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